Bert Sutter zum Bericht der Rentenkommission
23.06.2026
Die Rentenkommission aus 13 Experten und Politikern hat der Bundesregierung ihren Bericht mit 33 Vorschlägen zur Reform der Rente übergeben. Bundeskanzler Friedrich Merz hat zugleich eine vollständige Umsetzung der Vorschläge angekündigt.
wvib-Präsident Bert Sutter kommentiert die Reformvorschläge aus Sicht des industriellen Mittelstands:
Deutschland hat die Folgen des demographischen Wandels in der Rentenpolitik viel zu lange verdrängt. Die Vorschläge der Kommission sind deshalb ein notwendiger und überfälliger Schritt.
Richtig ist, dass die abschlagsfreie Frührente auslaufen und der Renteneintritt wieder stärker an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden soll. Auch die Einführung kapitalgedeckter Elemente ist richtig. Die Mehrkosten in Höhe von 40 Milliarden Euro dürfen aber nicht allein Unternehmen und Beschäftigten aufgebürdet werden, sondern müssen durch Entlastungen an anderer Stelle ausgeglichen werden.
Bedauerlich ist, dass die rentenpolitischen Irrtümer des ersten Regierungsjahres nicht korrigiert werden. Die Mütterrente und die Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors bleiben teure Fehlentscheidungen und belasten die Finanzierbarkeit des Systems.
Mehr Ambition wäre gut gewesen. Trotzdem: Die Kommission hat wichtige Reformblockaden überwunden. Die Richtung stimmt.