Chef Erfa 59 zu Gast bei der ZIMMER Group
12.05.2026
Rückblick | Chef-Erfa 59 | 07.05.2026 | Zimmer GmbH, Rheinau
Unter der Überschrift „Mehr Transparenz durch erfolgreiche Digitalisierungsprojekte“ traf sich die wvib Chef Erfa 59 bei der ZIMMER Group in Rheinau. Gastgeber Jonas Zimmer, Vertreter der zweiten Generation, führte die Teilnehmenden durch ein Unternehmen, das technologische Innovations-kraft konsequent mit einer klaren Werteorientierung verbindet.
„Wir bewahren, was unser Familienunternehmen seit dem Start im Kuhstall ausmacht“ – dieser Satz brachte die Haltung des Hauses auf den Punkt - Innovationsfreude, partnerschaftlicher Umgang und Wertschätzung als Grundlage nachhaltigen Erfolgs.
Gegründet 1980, gestartet mit Greifer für die Industrie und Erfinder des Schubladendämpfers für die Küche, hat sich die Zimmer Group zu einem international aufgestellten Technologieunternehmen entwickelt. Heute arbeiten rund 1.400 Mitarbeitende in 19 Auslandsgesellschaften, darunter eigene Produktions- und Montagewerke in China, Indien und Bulgarien. Mit über 14.000 Standardprodukten, 20 Technologiebereichen und Lösungen für nahezu alle Branchen, in denen automatisiert wird, positioniert sich Zimmer als „Know how Factory“.
Ein zentrales Thema des Treffens war der Aufbau eines unternehmensweiten Data Warehouse Ansatzes oder einfach ausgedrückt - „Digitalisierung als Transparenzmotor". Ausgangspunkt waren gewachsene Insellösungen, manuelle Excel Reportings und angepasste Einzel-daten – mit entsprechenden Reibungsverlusten im Reporting. Heute sorgt eine zentrale Datensammlung für konsistente Daten, während die dezentrale Auswertung den Fachbereichen passgenaue und vor allem schnelle Analysen ermöglicht. Als Reporting Frontend kommt Power BI und Excel zum Einsatz. Der Effekt: Transparenz, Vergleichbarkeit und deutlich kürzere Entscheidungsprozesse.
Beim Rundgang wurden mehrere Digitalisierungsprojekte live demonstriert, was von den Teilnehmern sehr positiv wahrgenommen wurde – so geht Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe, praxisnah und unmittelbar am Nutzen orientiert:
Im Qualitätsmanagement (QM):
Immer zu Tagesbeginn sind die über Nacht automatisch erstellen QM-Dashboards verfügbar und werden per Slideshow im Büro des QM angezeigt. In wenigen Minuten erhält man einen Überblick, welche Qualitätsthemen in der gesamten Unternehmensgruppe aktuell sind – egal ob kunden- oder lieferantenseitig, sowie intern.
Anhand eines Beispiels wurde gezeigt, wie durch eine intuitive und nutzerfreundliche Erfassung qualitätsrelevanter Daten über Microsoft O365 Bordmittel, die Quantität und Qualität der Rückmeldungen aus dem Produktions- bzw. Montagebereich signifikant anstiegen. Über PowerAutomate werden diese manuell erfassten Daten mit „Systemdaten“ aus dem Data-Warehouse für bestimmte Auswertungen kombiniert, was weitreichende Rückschlüsse ermöglicht.
Bei Sonderprojekten und Produktion:
Eigenentwicklungen wie der Bearbeitungsroboter „RAPTOR“ oder hochautomatisierte Zellen und Anlagen für die Bearbeitung und Sortierung von Holzplatten zeigen, wie Digitalisierung und Automatisierung ineinandergreifen – von Manufakturlösungen bis zu vollautomatisierten Anwendungen. Verwendet werden die Daten für die Auftragssteuerung & das Shopfloor Management. Der Status solcher Aufträge ist heute übersichtlich dargestellt – inklusive kritischem Pfad und Detailtiefe per Klick. Die beeindruckende Erkenntnis eines Bereichsleiters: „Meetings, die früher zwei Stunden dauerten, werden nun in rund 20 Minuten abgehalten, weil alle relevanten Informationen schnell und verständlich verfügbar sind“.
Im HR Bereich:
Die Digitalisierung von rund 1.000 Personalakten, die Einführung einer HR Software mit digitalem Bewerbermanagement sowie strategischen HR Dashboards und vielen Workflows verdeutlichen, wie auch administrative Prozesse transparent und automatisierbar werden.
Hochspannend auch der eigene Ansatz, um KI im Unternehmen zu nutzen. Hierzu wurde die Zimmer-KI-Initiative ZAIA (ZimmerAIAssistant) gestartet.
Ziel ist es, Mitarbeitende gezielt und niederschwellig an KI Anwendungen heranzuführen. Use Cases werden gemeinsam mit den Fachbereichen definiert und umgesetzt. KI wird so nicht abstrakt „einge-führt“, sondern im Arbeitsalltag erlebbar gemacht. Der Ansatz folgt einer klaren Philosophie: KI opti-mal nutzen – unter aktiver Einbindung der Mitarbeitenden.
Wie es gute Chef-Erfas auszeichnet, entwickelte sich ein intensiver Austausch. Fragen nach interner Beteiligung, Datentransparenz, Führungsfragen in digitalisierten Organisationen und darüber, wie es gelingt, technologische Veränderungen nachhaltig im Unternehmen zu verankern.
Einen herzlichen Dank an Jonas Zimmer und an das gesamte Team der Zimmer Group für die Offenheit, die praxisnahen Einblicke und die Gastfreundschaft. Wir durften eindrucksvoll erleben, wie Digitalisierung, Transparenz und Unternehmenskultur zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammengeführt werden können.
