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Erwünschtheit-Analyse in Innovationsprojekten, Praxismethoden für F&E Vor-Entwicklung & Produktenwicklung

16.04.2026

Erwünschtheit-Analyse in Innovationsprojekten, Praxismethoden für F&E Vor-Entwicklung & Produktenwicklung

Rückblick | Fach-Erfa Entwicklungsleiter : Erwünschtheit-Analyse in Innovationsprojekten, Praxismethoden für F&E Vor-Entwicklung & Produktenwicklung   | 14.04.2026 | online via Microsoft Teams

„Braucht eine Straßenbeleuchtung einen Remote-Zugriff?“
Der Produktmanager treibt naturgemäß die Weiterentwicklung seines Produkts voran. Neue Features gelten häufig als Hebel für zukünftigen Markterfolg. Klassisch folgt daraus der Weg vom Lastenheft („Was wird benötigt?“) zum Pflichtenheft („Wie wird es umgesetzt?“).

Die Erwünschtheitsanalyse setzt deutlich früher an: Sie fragt nicht nach der Umsetzbarkeit, sondern nach der tatsächlichen Notwendigkeit und Zahlungsbereitschaft im Markt. Damit verschiebt sich der Fokus von der reinen Lösungsentwicklung hin zur Validierung des Nutzenversprechens.

Jonathan Niessen, Gründer der INNOVATION CONSULTANT SMART GREEN, stellte in einem Impulsvortrag die methodischen Grundlagen sowie die Anwendung der Erwünschtheitsanalyse in der Vorentwicklung vor. Im Zentrum stand dabei die frühzeitige Bewertung von Produktideen, um Entwicklungsentscheidungen stärker an realem Kundennutzen auszurichten.

Robertino Saupp, Direktor R&D der Theben AG, ergänzte den Vortrag um konkrete Praxisbeispiele aus der Produktentwicklung. Er zeigte auf, wie die systematische Anwendung der Methode dazu beitragen kann, Entwicklungsressourcen gezielter einzusetzen und Kapazitäten auf erfolgversprechendere Projekte zu konzentrieren.

Im anschließenden Erfahrungsaustausch der Entwicklungsleiter der wvib Schwarzwald AG wurde deutlich, dass das Thema in der Praxis hohe Relevanz besitzt. Insbesondere die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen zusätzlicher Funktionen wurde intensiv diskutiert.

Als Beispiel diente unter anderem die Erweiterung von Straßenbeleuchtungssystemen um Remote-Zugriffe. Dabei stand weniger die technische Machbarkeit im Vordergrund, sondern die Frage, ob ein solcher Funktionsumfang aus Anwendersicht tatsächlich erforderlich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Fazit
Die Diskussion hat gezeigt, dass die Frage nach der „Erwünschtheit“ von Produktfeatures zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Erwünschtheitsanalyse kann dabei als ergänzendes Instrument dienen, um Entwicklungsentscheidungen früher zu validieren und die Nutzung knapper Entwicklungskapazitäten stärker auf marktnahe und relevante Lösungen zu fokussieren.