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Festakt würdigt Freiheit, Demokratie und Unternehmertum

13.05.2026

Festakt würdigt Freiheit, Demokratie und Unternehmertum

Mit einem Festakt im Historischen Kaufhaus hat der wvib sein 80-jähriges Bestehen begangen. Unter dem Leitmotiv Freiheit und Verantwortung schlug der Verband den Bogen von seiner Geschichte in die Zukunft.

Freiburg, 8. Mai 2026: Der Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden erinnerte am Freitag an seine Gründung am 9. Mai 1946 und feierte sein 80-jähriges Bestehen. Vor rund 250 Mitgliedern und geladenen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft wurde deutlich, welche Bedeutung das Netzwerk für Mittelstand, soziale Marktwirtschaft und Demokratie hat.

Zu den Hauptrednern zählten der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle, der Ökonom Stefan Kolev sowie wvib-Ehrenpräsident Klaus Endress. Weitere Impulse kamen von wvib-Präsident Bert Sutter, dem langjährigen Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer und Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme.

wvib-Präsident Bert Sutter stellte in seiner Begrüßung das Zitat von Odo Marquard „Zukunft braucht Herkunft“ in den Mittelpunkt. Mit Blick auf die Nachkriegszeit erinnerte er daran, dass auch der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegszeit keineswegs selbstverständlich war. Seine Forderung: „Lernen wir aus der Geschichte und vertrauen wieder mehr auf die eigene Gestaltungsfähigkeit. Wir können den Wandel bewältigen, wenn man Unternehmen machen lässt.“

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, betonte die enge Verbindung von Demokratie, Freiheit und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit: „Die Demokratie lebt davon, dass Menschen frei sprechen, frei widersprechen, frei gründen, frei experimentieren, frei Verantwortung übernehmen. Wenn diese Freiheit kleiner wird, wird nicht nur der individuelle Handlungsspielraum kleiner. Dann schrumpft auch die Lernfähigkeit des Gemeinwesens.“

Stefan Kolev stellte die Rolle des Unternehmers in der Sozialen Marktwirtschaft in den Mittelpunkt und bezeichnete unternehmerisches Denken als Schlüssel für Resilienz: „Resilienz bedeutet nicht, den Schocks um jeden Preis auszuweichen, sondern nach dem Schock so aufzustehen, dass man die Krise verstanden hat und sich dementsprechend neu zu erfinden versucht. Unternehmer tun das die ganze Zeit. Die große Frage ist, wie wir als Gesellschaft eine solche unternehmerische Resilienz-Mentalität entwickeln.“ 

wvib-Ehrenpräsident Klaus Endress würdigte den Verband als Plattform für den industriellen Mittelstand: „Gute Ideen entstehen nur bei Offenheit. Unternehmen brauchen Offenheit. Der wvib bietet seit Jahren eine debattenstarke Plattform für den Ausgleich von people, planet & economic progress, die viele Menschen in vielen Unternehmen in den letzten 80 Jahren wirksamer gemacht hat.“

Der langjährige Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer stellte das „Sich-immer-wieder-neu-Erfinden“ als Leitidee des industriellen Mittelstands heraus und verneigte sich vor den Unternehmen als Agenten des Wandels: „Der Mittelstand im Schwarzwald hat sich immer wieder neu erfunden – nicht um dem Zeitgeist zu folgen, sondern um sich selbst treu zu bleiben: in Freiheit und in Verantwortung.“

wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme schlug den Bogen in die Zukunft und verband das wvib-Motto People, Planet, Progress mit der wvib-Kampagne Deutschland kann mehr: „Wir können den globalen Wettbewerb nicht ignorieren. Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit lässt sich nur mit weltweit wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen erreichen. Eine nachhaltige Zukunft braucht wirtschaftliche Stärke.“