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Freihandel und Reformen als Antwort auf Handelskonflikte und den China-Schock

27.03.2026

Freiburg, 27. März 2026: Turbulenzen im internationalen Handel gehören für viele Unternehmen längst zum Alltag. Eine wvib-Umfrage hat untersucht, wie die exportorientierte Industrie in Baden-Württemberg mit geopolitischen Unwägbarkeiten wie der amerikanischen Zollpolitik und chinesischen Überkapazitäten umgeht. 

Bislang haben diese Verwerfungen im Welthandel nur punktuell Auswirkungen auf die Zukunftspläne der Unternehmen. Lediglich 24 Prozent der Befragten geben an, dass die Turbulenzen ihre strategischen Planungen bereits maßgeblich beeinflussen. 

China bleibt für den Import wichtig, verliert jedoch als Absatzmarkt an Bedeutung

Welche Länder werden an Bedeutung gewinnen, welche verlieren? Hier zeigen sich deutliche Unterschiede – je nachdem, ob es um den Import von Vorprodukten oder den Export in Absatzmärkte geht. 

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten glaubt, dass die USA bei Vorprodukten und Rohstoffen künftig eine geringere Rolle spielen werden als bisher. Die Bedeutung von Importen aus Indien, Südamerika, Kanada und Afrika ist bislang überschaubar, dürfte nach Einschätzung der Unternehmen jedoch zunehmend wichtiger werden. Während China als Lieferland etwas Bedeutung gewinnen dürfte, rechnet knapp ein Drittel der Befragten damit, dass das Land als Absatzmarkt eher an Relevanz verliert. 

Standort Deutschland wird als nicht wettbewerbsfähig betrachtet

In der Rangfolge der größten Herausforderungen im internationalen Wettbewerb stehen die schlechten Rahmenbedingungen am Standort Deutschland auf dem ersten Platz – noch vor US-Zollpolitik, EU-Regulierung und einem möglichen zweiten China-Schock durch Überkapazitäten.

wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme kommentiert die Ergebnisse der Umfrage: „Wir sollten uns auf jene Faktoren konzentrieren, die wir beeinflussen können. Das bedeutet: Freihandelsabkommen sollten zügig umgesetzt, der EU-Binnenmarkt vollendet und Handelshemmnisse konsequent abgebaut werden. Vor allem aber muss die Bundesregierung endlich den Ernst der Lage als Handlungsauftrag annehmen. Es gilt schnell und umfänglich wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen.“


Die Untersuchung wurde ab dem 20. Februar durchgeführt. 
29 Unternehmen haben sich an der Befragung beteiligt.

Ihr Ansprechpartner im wvib ist: 
Jonas Vetter, vetter@wvib.de 
Tel. 0761 4567-110