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Industrie: Trotz Zöllen gewinnt US-Markt an Bedeutung

27.07.2026

Freiburg, 1. Juli 2026: Die USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner. Seit Beginn von Donald Trumps zweiter Präsidentschaft verfolgt die US-Regierung in der Handelspolitik einen deutlich protektionistischeren Kurs als zuvor. Anlässlich des US-Nationalfeiertags am 4. Juli hat die wvib Schwarzwald AG Mitgliedsunternehmen im Cluster Globalisierung zu ihrem US-Geschäft befragt.

Die Erkenntnis: Trotz steigender Handelsbarrieren erwarten die Unternehmen eine weiter wachsende Bedeutung des US-Markts. 70 Prozent gehen davon aus, dass die Relevanz des US-Markts in den kommenden ein bis drei Jahren zunimmt. Langfristig rechnen sogar 75 Prozent mit einer steigenden Bedeutung. Nur jeweils fünf Prozent rechnen kurzfristig wie langfristig mit einer sinkenden Relevanz des US-Geschäfts. 25 Prozent erwarten in den nächsten ein bis drei Jahren keine Veränderung. Langfristig erwarten 20 Prozent keine wesentliche Veränderung.

Wen treffen die Zölle?

38 Prozent der befragten Unternehmen geben an, unmittelbar von den US-Zöllen betroffen zu sein. Rund die Hälfte der Unternehmen sieht die unmittelbaren Auswirkungen vor allem bei den Kunden. Rund 13 Prozent berichten vor allem von indirekten Auswirkungen.

Wie sind die Unternehmen in den USA aktiv?

Für die meisten Unternehmen ist das Land vor allem ein Absatzmarkt. Die große Mehrheit ist über Vertriebsgesellschaften in den USA vertreten. Für zehn Prozent ist der Produktionsstandort USA wichtig, für weitere acht Prozent sogar existenziell.

Als Entwicklungsstandort oder Beschaffungsmarkt ist das Land dagegen kaum von entscheidender Bedeutung.

Welche Bedeutung hat das US-Geschäft für die Industrie?

Bei den befragten Unternehmen entfallen im Durchschnitt rund 38 Prozent des Umsatzes auf das US-Geschäft. Die Angaben beziehen sich auf Unternehmen im Cluster Globalisierung der wvib Schwarzwald AG, rund 40 Unternehmen haben sich an der Umfrage beteiligt.

Wie hoch sind die Zölle aktuell?

Mit der politischen Grundsatzeinigung ("Turnberry-Deal") vom Juli 2025 wurde für den Großteil der EU-Waren ein Zusatzzoll von bis zu 15 Prozent vereinbart. Für bestimmte Stahl- und Aluminiumprodukte gelten weiterhin höhere Sonderzölle. Nach einem Urteil des Supreme Court im Februar 2026 gilt statt dem vereinbarten Pauschalzollzusatz ein Zusatzzoll von zehn Prozent zum regulären US-Zollsatz.

Dennoch hat der Rat der Europäischen Union der im schottischen Turnberry getroffenen Grundsatzeinigung am 26. Juni formell zugestimmt. Damit ist die politische Einigung zumindest in der EU formell von den Mitgliedsstaaten angenommen worden.

Der Kommentar von wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme: „Die USA haben sich unter Donald Trump vom regelbasierten Welthandel entfernt. Unsere Umfrage belegt: Die tiefen transatlantischen Handelsbeziehungen lassen sich auch mit schädlichen Zöllen nicht ohne Weiteres entflechten. Für exportorientierte Unternehmen wird das US-Geschäft weiter maßgeblich bleiben, unabhängig von handelspolitischen Spannungen. Zölle machen alle Beteiligten ärmer. Die EU sollte sich weiter mit Nachdruck für faire Handelsbeziehungen einsetzen.“