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Nachhaltigkeitskommunikation beginnt bei der Substanz

09.10.2026

Rückblick: Fach-Erfa Nachhaltigkeitsmanagement | 08.10.2026 | Online

Am 27. September 2026 ist die Empowering Consumer Richtlinie (EmpCo) in Kraft getreten. Beim letzten Online-Treffen der Fach-Erfa Nachhaltigkeitsmanagement haben sich die Teilnehmenden mit den Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung und -kommunikation beschäftigt. Im Mittelpunkt standen die Fragen, worauf Unternehmen bei ihren Nachhaltigkeitsberichten achten sollten und wie eine rechtssichere und glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation gelingen kann.

In einer Mini-Umfrage zum Start wurde deutlich, das Thema ist relevant. Gefragt nach ihrer aktuellen Situation sagt ein Großteil der Unternehmen: Wir prüfen aktuell unsere Kommunikation und Claims. Gefolgt von: Wir sind noch dabei, die konkreten Anforderungen zu verstehen.

Einen fachlichen Impuls zum Zusammenspiel von Nachhaltigkeitsreporting und EmpCo-Richtlinie lieferte Nachhaltigkeitsberaterin Helena Hollekamp von Fokus Zukunft. Dabei wurde deutlich: Nachhaltigkeitskommunikation beginnt nicht erst bei der Formulierung von Botschaften, sondern bei der Substanz dahinter. Für Unternehmen kann der Nachhaltigkeitsbericht als Ausgangspunkt für die grundsätzliche Frage dienen: Wie auskunftsfähig ist unser Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit?

Darüber hinaus empfiehlt es sich, bereits bei der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts Überschriften und Aussagen als mögliche, belegbare Nachhaltigkeits-Claims mitzudenken und nicht erst nachträglich in der Kommunikationsphase. Denn da wird schnell mehr aus den Inhalten gemacht, als erlaubt ist. Eine Aussage, die eingebettet in einen Nachhaltigkeitsbericht zulässig ist, kann als Werbung dennoch gegen die Anforderungen der EmpCo-Richtlinie verstoßen. Entscheidend sind dabei stets die Sicht und Interpretation durch die Adressaten der Werbung bzw. Kommunikation.

Ganz pragmatisch kann auch bereits bei den Formulierungen selbst angesetzt werden. Statt pauschal von „nachhaltiger Mobilität“ zu sprechen, sollten Unternehmen besser auf ihre Strategie zur Emissionsreduzierung im Mobilitätsbereich verweisen.

In der anschließenden Diskussion und im digitalen Erfahrungsaustausch wurden weitere konkrete Herausforderungen und Fragestellungen der Unternehmen besprochen. Einmal mehr zeigte sich: Das Anliegen nach mehr Transparenz und verlässlichen Informationen wird grundsätzlich unterstützt. Gleichzeitig sorgen der in Teilen hohe Umsetzungsaufwand und zahlreiche offene Auslegungsfragen für Diskussionen. Ob eine weitere Verdichtung regulatorischer Anforderungen hier der richtige Weg ist, wird von vielen kritisch gesehen, zumal sich die konkreten Auswirkungen der Vorgaben erst mit der Zeit zeigen werden.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für diesen digitalen Erfahrungsaustausch im Netzwerk der wvib Schwarzwald AG.