Neue Spielregeln für Defence: Orientierung und Förderchancen für Unternehmen
11.06.2026

Rückblick | Online Infoveranstaltung: Neue Spielregeln für Defence | 10.06.2026
Die neuen EU-Rahmenbedingungen im Defence-Bereich betreffen zunehmend auch zivile Industrieunternehmen aus Maschinenbau, Automotive, IT und Logistik. In der Online-Information erhielten Mitgliedsunternehmen eine praxisnahe Einordnung zu Anforderungen, Fördermöglichkeiten und konkreten Handlungsoptionen.
Mit dem European Defence Industry Programme (EDIP) verändern sich die Rahmenbedingungen für Industrieunternehmen in Europa deutlich. Das betrifft nicht nur klassische Defence-Unternehmen, sondern auch zivile Zulieferer und technologieorientierte Unternehmen, die bislang nur punktuell Berührung mit dem sicherheitsrelevanten Umfeld hatten.
In der Online-Information „Neue Spielregeln für Defence“ wurde aufgezeigt, welche Entwicklungen jetzt für Mitgliedsunternehmen relevant werden. Im Fokus standen ein fragmentierter Kundenmarkt, unterschiedliche Ausschreibungslogiken, steigende regulatorische Anforderungen, Fragen der Versorgungssicherheit sowie die zunehmende Bedeutung resilienter Lieferketten.
Deutlich wurde zugleich, dass EDIP nicht nur neue Anforderungen mit sich bringt, sondern auch konkrete Chancen eröffnet. Für 2026 und 2027 umfasst das Programm ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und setzt Impulse für Produktionskapazitäten, technologische Weiterentwicklung und die Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie. Für Mitgliedsunternehmen ergeben sich daraus neue Ansatzpunkte für Investitionen, Kooperationen und den Zugang zu Förderinstrumenten.
Ein besonderer Mehrwert der Veranstaltung lag in den praxisnahen Informationen zu den möglichen Förderungen. Die Teilnehmenden erhielten konkrete Hinweise dazu, welche Instrumente insbesondere für Start-ups, KMU und Small Mid-Caps relevant sind und an welchen Stellen sich für Unternehmen tragfähige Förder- und Entwicklungsperspektiven eröffnen.
Darüber hinaus wurde in der Veranstaltung deutlich, dass EDIP für Unternehmen nicht nur Förder- und Marktperspektiven eröffnet, sondern auch neue Anforderungen an Transparenz, Einordnung und Reaktionsfähigkeit mit sich bringt. Für die Unternehmen wird es deshalb wichtiger, mögliche sicherheitsrelevante Bezüge im eigenen Portfolio frühzeitig zu bewerten und die politischen wie regulatorischen Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Dazu gehört auch, staatliche Eingriffsmöglichkeiten in Krisenfällen frühzeitig mitzudenken.
Für die betriebliche Praxis heißt das: Ausschreibungen systematisch beobachten, Lieferketten belastbar aufstellen, Verträge überprüfen und neue Marktchancen frühzeitig bewerten. Hinzu kommt, die Kartierung von Unternehmen durch die EU aufmerksam im Blick zu behalten, insbesondere dann, wenn Produkte, Komponenten oder Leistungen sicherheitsrelevant eingeordnet werden könnten. Gerade für Mitgliedsunternehmen bietet die frühzeitige Auseinandersetzung mit EDIP damit nicht nur Orientierung, sondern auch konkrete Chancen zur strategischen Positionierung in einem wachsenden Umfeld.
Vielen Dank an Dr. Christoph Goller und Dr. Stefan Widder von Gleiss Lutz Hootz Hirsch PartmbB Rechtsanwälte, Steuerberater für die fachlich fundierten und praxisnahen Impulse und an alle Teilnehmer.