Robotiktag 2026: Wie sich der Mittelstand für die Automatisierung aufstellt
16.10.2026

Rückblick | Robotik Tag | 29.09.2026 | J.Schneider Elektrotechnik GmbH & WLRI Offenburg
Über 150 Teilnehmende, konkrete Anwendungen und intensiver Austausch: Beim Robotiktag stand die Frage im Mittelpunkt, wie mittelständische Unternehmen die Potenziale der Robotik erschließen können.
Die zentrale Botschaft aus dem Vortragsteil: Erfolgreiche Automatisierung beginnt mit einer klar definierten Aufgabe – und gelingt mit passenden Technologien, kompetenten Partnern und einem schrittweisen Vorgehen. Kognitive Robotik, KI-gestützte Greiftechnik und humanoide Roboter eröffnen neue Möglichkeiten für die industrielle Automatisierung. Doch welche Lösung passt zum eigenen Betrieb? Die Vorträge machten deutlich: Entscheidend ist nicht die äußere Form eines Roboters, sondern seine Eignung für den konkreten Anwendungsfall. Gleichzeitig gilt es, technische Möglichkeiten, Integrationsaufwand und Wirtschaftlichkeit realistisch zu bewerten.
In den verschiedenen Beiträgen konnten die Teilnehmer wichtige Impulse mitnehmen:
Kognitive Robotik für den Mittelstand
Intelligente Automatisierung ist einsatzbereit. Entscheidend sind passende Anwendungsfälle; Kooperationen und Robotics as a Service können den Einstieg erleichtern.Humanoide im Shopfloor: Realität oder Zukunft?
Humanoide befinden sich vielfach noch in der Erprobung. Unternehmen sollten jetzt Einsatzmöglichkeiten prüfen, technische Grenzen und Sicherheitsanforderungen aber realistisch bewerten.Von der Forschung in den Mittelstand
Die Aufgabe bestimmt das Greifsystem – nicht jede Anwendung braucht eine menschenähnliche Hand. Kooperationen beschleunigen den Weg in die Praxis.Industrial Humanoids: KI für flexible Automatisierung
Die Verbindung klassischer Robotik mit KI-gesteuerter Greiftechnik soll die Umsetzung vereinfachen und Automatisierung auch für kleinere Stückzahlen ermöglichen.Wann rechnet sich ein humanoider Roboter?
Für die Wirtschaftlichkeit zählen neben dem Anschaffungspreis vor allem Produktivität, Zuverlässigkeit und laufende Kosten. Der Ansatz: Befähigen, erproben und anschließend skalieren.
Vom Anwendungsfall zum Prototyp – an einem Tag
Wie schnell ein konkreter Einstieg gelingen kann, zeigte der begleitende Workshop: Sedus Stoll erarbeitete gemeinsam mit dem Robotiklabor WLRI der Hochschule Offenburg innerhalb eines Tages einen funktionsfähigen Prototyp für eine spezifische Montageaufgabe.
Das Ergebnis veranschaulichte den Leitgedanken der Veranstaltung: Eine klar umrissene Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern ermöglichen schnelle praktische Fortschritte. Der Prototyp schafft eine Grundlage für weitere Tests und die Bewertung eines späteren betrieblichen Einsatzes.
Ausstellung und intensiver Erfahrungsaustausch
Die Ausstellung mit praktischen Demonstrationen ergänzte die Fachvorträge. Die Teilnehmenden konnten Lösungen kennenlernen, eigene Aufgabenstellungen mit den Anbietern besprechen und Kontakte für mögliche Kooperationen knüpfen. Der intensive Austausch untereinander sowie mit Forschung, Referenten und Technologieanbietern bot Raum, Erfahrungen zu teilen und Herausforderungen aus dem eigenen Unternehmen zu diskutieren.
Der Robotiktag machte damit deutlich: Mittelständische Unternehmen müssen nicht jede Lösung selbst entwickeln. Wer eigene Kompetenzen aufbaut, passende Partner einbindet und mit einem überschaubaren Anwendungsfall beginnt, kann sich gezielt für die nächsten Automatisierungsschritte aufstellen.
Die wvib Schwarzwald AG dankt J. Schneider Elektrotechnik für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, dem Robotiklabor WLRI der Hochschule Offenburg für die Organisation der Ausstellung sowie allen Referenten für ihre Beiträge und Impulse. Ein Dank gilt ebenso den Ausstellern und den über 150 Teilnehmenden für den engagierten Austausch.
Save the Date: Der nächste Robotiktag findet am 16. September 2027 in Offenburg statt.