Transformation hautnah
20.10.2026

Rückblick | Chef-Erfa 22| 14.10.2026 | Schaeffler Automotive Bühl GmbH & Co. KG, Bühl
Im Rahmen einer Chef-Erfa führte der Unternehmensbesuch nach Bühl. Im Mittelpunkt standen die tiefgreifenden Veränderungen der Automobilindustrie und die Herausforderungen der Transformation. Die Teilnehmenden erhielten dabei eindrucksvolle Einblicke in einen Standort, an dem täglich mit großem Engagement an der Zukunft gearbeitet wird.
Was besonders hervorsticht? Das Herzblut der Mitarbeitenden, die uns mit großem Stolz ihre Aufgabenbereiche vorgestellt haben. Ein Standortleiter, Andreas Maier, der seit 30 Jahren mit Schaeffler verbunden ist und auf unserem stundenlangen Betriebsrundgang gefühlt jeden zweiten Kollegen mit Handschlag begrüßte. Junge Talente, die sorgfältig ausgewählt und gefördert werden und uns mit ihrer Begeisterung angesteckt haben. Und eine Produktion, die konsequent auf Lean Management und Effizienz ausgerichtet ist.
All das steht auf der Habenseite. Aber es reicht nicht immer. Denn der Wettbewerb ist hart. Auch innerhalb eines globalen Konzerns. Und nicht immer fällt die Entscheidung zugunsten des Standorts Bühl aus. Zu schwierig sind die Standortbedingungen in Deutschland im internationalen Vergleich: Energiekosten, Bürokratie, Arbeitskosten etc.
Die Konsequenzen sind sichtbar. Produkte, die zum letzten Mal vom Band laufen. Anlagen, die an andere Konzernstandorte verlagert werden. Die Transformation vom Verbrenner zur Elektromobilität ist ein Kraftakt. Neue Geschäftsfelder außerhalb der Automobilindustrie zu erschließen, ebenfalls. Vor allem, wenn ein Standort hohe Stückzahlen braucht, um wirtschaftlich ausgelastet zu sein.
Umso beeindruckender ist der positive Spirit, der in Bühl zu spüren ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist eine besondere Leistung der Führungskräfte, die an die Fähigkeiten ihres Standorts glauben, ihre Mitarbeitenden mitnehmen und jeden Tag für dessen Zukunft kämpfen.
Wie viel leichter wäre dieser Kampf mit mehr Rückenwind aus der Politik! Und wie wichtig ist es, dass auch Tarifverhandlungen mit Augenmaß geführt werden. Denn ein globaler Konzern wie Schaeffler trifft seine Investitionsentscheidungen im globalen Wettbewerb. Diese Realität lässt sich nicht ausblenden.
Noch ein Gedanke aus unseren Gesprächen, der nachdenklich macht: Während wir in Deutschland immer noch intensiv mit der Transformation vom Verbrenner zur Elektromobilität beschäftigt sind, ist China in vielen Bereichen schon einen Schritt weiter. Dort richtet sich der Blick längst auf das autonome Fahren
Die nächste Transformation wartet nicht darauf, dass wir die erste bewältigt haben.
Vielen Dank an Andreas Maier, Leiter des Campus Bühl, und sein gesamtes Team für die Offenheit, die Gastfreundschaft und die eindrucksvollen Einblicke. Und vor allem für den Einsatz für diesen Industriestandort!