Turbo in der Entwicklung : Standortübergreifende Produktentwicklung
18.08.2026

Rückblick | Fach-Erfa Entwicklungsleiter: Turbo in der Entwicklung: Standortübergreifende Produktentwicklung | 11.08.2026 | Online via Microsoft Teams
Fehlende Entwicklungskapazitäten und der steigende Time-to-Market-Druck sind wesentliche Treiber für eine standortübergreifende Produktentwicklung. Die Entwicklungsleiter aus der wvib Schwarzwald AG teilten ihre Erfahrungen aus der standortübergreifenden Zusammenarbeit an Standorten in Deutschland, der Türkei, Indien, den USA und China. Im Fokus stand die Frage, wie Entwicklungsaufgaben, Kapazitäten und Verantwortlichkeiten sinnvoll verteilt und gesteuert werden können.
Eine wesentliche Herausforderung bei der Zusammenarbeit ist die IT-Anbindung. In der Praxis kommen teilweise unterschiedliche Systeme und Softwarelösungen an den einzelnen Standorten zum Einsatz. Dies erschwert den Austausch von Entwicklungsdaten, die gemeinsame Bearbeitung von Projekten und eine einheitliche Datengrundlage.
Eine standortübergreifende Entwicklungsorganisation funktioniert jedoch nicht allein durch die Einführung von Prozessen und digitalen Kommunikationsmitteln. Unterschiedliche kulturelle Prägungen, Arbeitsweisen und Entscheidungsverständnisse müssen berücksichtigt und aktiv zusammengeführt werden. Als wichtig haben sich dabei regelmäßige persönliche Besuche, gemeinsame Abstimmungen und eine kontinuierliche digitale Kommunikation erwiesen. Insbesondere wöchentliche Videokonferenzen unterstützen die laufende Abstimmung und tragen dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen den Standorten zu stärken.
Bei einer dezentralen Organisation verfügen die einzelnen Entwicklungsstandorte über größere Entscheidungs- und Verantwortungsbereiche. Dadurch können Entscheidungen näher am operativen Geschehen getroffen und lokale Kompetenzen besser genutzt werden. Gleichzeitig besteht die Gefahr von Parallel- und Doppelentwicklungen, die sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit auswirken können. Ein Vorteil dieses Modells ist hingegen, dass länderspezifische Normen und Anforderungen gezielt berücksichtigt und die lokalen Kompetenzen entsprechend genutzt werden können.