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US-Zölle 2026: Aktuelle Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Unternehmen

21.05.2026

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Rückblick | Fach-Erfa Zoll, Versand, Logistik | US-Zölle: Update und Überblick in der Praxis | 20.05.2026 | MS-Teams


Auch im Jahr 2026 bleibt die US-Handelspolitik dynamisch. Für exportorientierte Unternehmen der wvib Schwarzwald AG ist es entscheidend, Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und operative Konsequenzen abzuleiten. Ein aktueller Überblick von Dr. Melanie Jordan (GTAI) im Rahmen der Fach-Erfa Zoll, Versand, Logistik zeigt: Die regulatorische Landschaft ist komplex.

Konkretisiert wurde im Austausch:

IEEPA-Zölle: Aufhebung und Rückerstattung im Fokus
Die unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) eingeführten Zölle wurden im Februar 2026 aufgehoben. Für viele Unternehmen rückt nun die Rückerstattung bereits gezahlter Abgaben in den Vordergrund.
Dr. Jordan erläuterte wer antragsberechtigt ist, über welche Plattformen die Antragstellung erfolgt und welche Fristen zwingend einzuhalten sind. 
Einige Mitgliedsunternehmen haben bereits konkrete Schritte eingeleitet – etwa über US-Tochtergesellschaften. Hier zeigt sich: Wer rechtzeitig handelt, holt sich Liquidität zurück.

Section 122: Breitenwirksame Zusatzzölle
Seit Februar 2026 gelten auf Basis von Section 122 Zusatzzölle, die nahezu alle Einfuhren in die USA betreffen. Diese Maßnahme ist zunächst bis zum 24. Juli 2026 befristet.

Section 232: Neue Logik bei Metallzöllen
Im Bereich von Section 232 wurden wesentliche Änderungen vorgenommen, unter andere für Stahl, Aluminium und Kupfer. So werden Zölle nun auf den gesamten Zollwert eines Produkts angewendet – unabhängig vom tatsächlichen Metallanteil. Liegt der Gewichtsanteil des relevanten Metalls unter 15 %, entfällt der zusätzliche Zoll. 
 

Diese Anpassung kann für Unternehmen Entlastung bringen, sofern die Materialzusammensetzung sauber dokumentiert ist.

Herausfordernd ist für viele Teilnehmende des Online-Treffens nach wie vor die Nachweisführung für Ursprungs-, Schmelz- und Gießland sowie die Kalkulation über Stücklisten.

Zusätzlich laufen weitere Untersuchungen, u.a. im Bereich Robotik und Industriemaschinen sowie medizinischer Ausrüstung. Neue Maßnahmen sind hier nicht ausgeschlossen.

Section 301: Potenzielle Auswirkungen für die EU


Auch unter Section 301 bleibt es dynamisch. Aktuell laufen Untersuchungen zu:
•    Überkapazitäten in 16 Regionen 
•    Importen aus Zwangsarbeit in 60 Regionen 
Diese Prüfungen könnten künftig in neue Handelsmaßnahmen münden – mit potenziellen Auswirkungen auch auf europäische Unternehmen und deren Lieferketten.

Fazit: US-Zölle sind weiterhin kein statisches Regelwerk, sondern ein strategisches Instrument mit hoher Dynamik.

Herzlichen Dank an Dr. Melanie Jordan für das Update und allen Teilnehmenden für den Praxisaustausch!