Vom Besteller zum Wertschöpfer: Die strategische Rolle des Einkaufs
29.06.2026
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Rückblick | Chef-Erfa 64 | 23.06.2026 | menzerna polishing compounds GmbH & Co. KG
Tagesthema des Chef-Erfahrungsaustausches bei der menzerna polishing compounds GmbH & Co. KG war die „richtige Dosis Einkauf“. Gastgeber Jan Geiß stellte seine Überlegungen zur zukünftigen Rolle und Organisation des Einkaufs zur Diskussion.
Dabei wurde deutlich, dass sich der Einkauf zunehmend vom klassischen Besteller hin zu einem strategischen Wertschöpfer im Unternehmen entwickelt. Neben der Sicherstellung der Materialversorgung gehören heute auch Compliance-Anforderungen, Nachhaltigkeit, Risikomanagement und die systematische Bewertung von Lieferanten zu den zentralen Aufgaben des Einkaufs.
Gleichzeitig haben gesetzliche und regulatorische Vorgaben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Anforderungen aus Themenbereichen wie Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und Nachhaltigkeitsberichterstattung erhöhen den administrativen Aufwand erheblich. Die Erfassung, Prüfung und Dokumentation der erforderlichen Nachweise bindet wertvolle Ressourcen und stellt insbesondere kleinere Einkaufsteams vor Herausforderungen, da deren Kapazitäten häufig bereits durch das operative Tagesgeschäft ausgelastet sind.
Im Austausch wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die klare Definition von Einkaufsprozessen und Verantwortlichkeiten. Durch eindeutige Zuständigkeiten, standardisierte Abläufe und transparente Freigaberegeln kann der administrative Aufwand reduziert und die Effizienz gesteigert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung des Einkaufs. Digitale Systeme und automatisierte Prozesse können dabei unterstützen, Lieferantendaten, Nachweise und Bewertungen effizienter zu verwalten und wiederkehrende Aufgaben zu vereinfachen. Dadurch bleibt mehr Zeit für strategische Tätigkeiten wie Lieferantenentwicklung, Kostenoptimierung und Risikomanagement.
Darüber hinaus wurde die Bedeutung einer risikoorientierten Betrachtung hervorgehoben. Nicht jeder Lieferant und nicht jede Beschaffung erfordert den gleichen Prüfungsumfang. Eine Priorisierung nach Warengruppen, Lieferantenrisiken und strategischer Bedeutung ermöglicht es, vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen.
Als Fazit wurde festgehalten, dass die „richtige Dosis Einkauf“ nicht durch mehr Administration erreicht wird, sondern durch eine ausgewogene Kombination aus klaren Prozessen, Digitalisierung, strategischer Ausrichtung und effizientem Ressourceneinsatz. Der Einkauf entwickelt sich damit weiter zu einem wichtigen Partner im Unternehmen und leistet einen aktiven Beitrag zur Wertschöpfung.