Welche Folgen hat die Iran-Krise auf die Industrie?
26.06.2026
Seit Februar wird die Straße von Hormus vom Iran kontrolliert. Wir haben uns in den wvib-Einkäufergruppen zu den Auswirkungen umgehört.
Besonders in der Beschaffung von Materialien macht sich der Krieg bemerkbar. Die Krise zeigt sich vor allem in Form von höheren Preisen für Vorprodukte und Rohstoffe. 81 Prozent geben an, von Preissteigerungen betroffen zu sein. Von Kostensteigerungen im Transport berichten dagegen 75 Prozent. Steigende Energiekosten nennen nur 31 Prozent als Problem.
Besonders angespannt ist die Lage dabei bei Kunststoffen sowie petrochemischen Grundstoffen. Aber auch Stahl- und Metallhalbzeuge sowie Aluminium sind betroffen. Steigende Spritpreise spielen im Vergleich eine eher untergeordnete Rolle.
Der Konflikt im Nahen Osten trifft nicht alle gleich: Ein Drittel gibt an, stark bis sehr stark betroffen zu sein, ein Drittel bemerkt eher mittelstarke Auswirkungen. Jedes vierte Unternehmen gibt an, bislang nur geringfügig betroffen zu sein.
Die Folgen für die gesamte Konjunktur sind dennoch deutlich: Der Krieg hat die Hoffnung auf eine Belebung im zweiten Halbjahr gedämpft. Viele Wirtschaftsforscher haben ihre Prognosen nach unten korrigiert, einige rechnen für die Sommermonate sogar mit einer technischen Rezession.