Wer löffelt die Suppe aus?
28.10.2026
Am 26. Oktober fand im Haus zur Lieben Hand der Universität Freiburg die diesjährige Ausgabe von „wvib im Dialog“ statt. Die große Frage des Abends: Wie verhindern wir, dass die junge Generation das Land verlässt oder in die innere Emigration geht?
Wie Prof. Dr. Stefan Kolev und Quentin Gärtner im Gespräch mit wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme über den Konflikt zwischen Alt und Jung gestritten haben, war intensiv, aber jederzeit zivil und konstruktiv. Beide haben kürzlich lesenswerte Bücher zum Thema vorgelegt. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Einige Ausschnitte aus der Debatte: Die Schockmomente der vergangenen Jahre haben vor allem die Jungen getroffen. Sie müssen die Suppe immer wieder auslöffeln. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis des Staates kam auf den Prüfstand. In der Diagnose waren sich beide weitgehend einig: Die Älteren haben den Generationenvertrag einseitig aufgekündigt. Bei den Lösungen gingen die Vorschläge an manchen Stellen jedoch deutlich auseinander, etwa bei der Erbschaftsteuer und beim Pflichtjahr.
Deutlich wurde auch: Wer der jungen Generation Perspektiven geben will, muss sich von Untergangsprophezeiungen lösen und unterscheidbare Visionen für die Zukunft formulieren. Eine Politik, die die Sorgen der Jungen ernst nimmt, gibt zugleich allen ein neues Zielbild.
Wer die Suppe auslöffeln muss, sollte beim Kochen mitreden dürfen.
Herzlichen Dank an Prorektor Michael Schwarze für sein Grußwort sowie an unsere Partner BüchnerBarella und die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.
