wvib-Umfrage: So nutzt die Industrie KI im Marketing
12.05.2026
Fast alle Industrieunternehmen setzen im Marketing bereits auf generative KI. Von einem messbaren Effekt auf Marketing-Ergebnisse berichtet allerdings nur ein Drittel. Das belegt eine Umfrage der wvib Schwarzwald AG.
Freiburg, 12. Mai 2026: Seit der Vorstellung von ChatGPT im November 2022 hat sich generative KI in fast allen Lebens- und Arbeitsbereiche verbreitet. Der wvib hat nun untersucht, wie die Sprachmodelle im Industrie-Marketing eingesetzt werden. 72 Mitgliedsunternehmen haben an der Umfrage auf dem wvib-Marketingtag teilgenommen.
Texterstellung auf Platz 1
Generative KI wird im Industrie-Marketing vor allem in der Kreation eingesetzt: 97 Prozent der Unternehmen geben an, bei der Erstellung von Texten auf Sprachmodelle zu setzen. An zweiter Stelle folgt die Erstellung von Grafiken: 74 Prozent der Unternehmen nutzen die Anwendungen dafür. Deutlich seltener kommt KI bislang in der Kampagnenplanung (49 Prozent) oder im digitalen Marketing (49 Prozent) zum Einsatz. Auch bei Analysen und Reporting (42 Prozent) sowie der Kundenansprache (38 Prozent) wird KI bislang deutlich seltener genutzt.
KI macht schneller – aber macht sie auch besser?
Bereits jetzt sorgen KI-Anwendungen für teilweise erhebliche Effizienzgewinne: Rund 58 Prozent der Unternehmen berichten von Effizienzgewinnen durch den Einsatz entsprechender Tools. Einen deutlich messbaren Effekt auf ihre Marketing-Ergebnisse – also etwa Kennzahlen, die belegen, dass sich Kunden besser erreichen lassen – die sehen dagegen nur 31 Prozent.
Was den Einsatz von KI-Tools bremst
Wenig überraschend bremsen Vorschriften zu Datenschutz und Urheberrecht den KI-Einsatz im Marketing am stärksten. 67 Prozent der Unternehmen geben an, dass vor allem rechtliche Unsicherheit den Einsatz hemmt. Aber auch fehlende Tools (49 Prozent) und interne Richtlinien (36 Prozent) erschweren die Nutzung. Zusätzlich spielen qualitative Bedenken eine Rolle: 33 Prozent der Befragten befürchten Qualitätsverluste. Mangelnde Akzeptanz in der Belegschaft sehen dagegen lediglich 26 Prozent der Befragten als Hindernis.
Standardlösungen dominieren
Angesichts der schnellen Entwicklungen am Markt setzen die meisten Unternehmen bislang auf Standardlösungen statt auf teure Eigenentwicklungen. Die gängigen Standardlösungen dominieren den Markt: 94 Prozent der Unternehmen nutzen kommerzielle Modelle wie ChatGPT, Copilot von Microsoft oder Gemini, 28 Prozent arbeiten mit angepassten Versionen. Nur jeweils 18 Prozent setzen auf individuell (intern oder extern) entwickelte Anwendungen.
Die Ergebnisse zeigen: Gut drei Jahre nach der Vorstellung von ChatGPT erleichtern und beschleunigen KI-Sprachmodelle bereits viele Aufgaben. Bislang sparen Unternehmen dadurch vor allem Zeit und Ressourcen. Ob die Technologie künftig flächendeckend zu besseren Marketing-Ergebnissen führt, lässt sich aktuell noch nicht sagen.