Deutschland kann mehr!
27.01.2026
Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde des wvib,
Zeitenwende ist kein Schlagwort mehr, sondern Realität. Globale Wertschöpfungsketten ordnen sich neu, technologische Sprünge beschleunigen sich, die demografische Entwicklung verschärft den Fachkräftemangel, Energie bleibt teuer. Deutschlands Industrie steht unter Druck – stärker als viele Standorte weltweit. Doch Druck war für unsere Unternehmen noch nie ein Grund für Stillstand, sondern oft der Ausgangspunkt für Erneuerung.
Gerade Baden-Württemberg zeigt, wie zentral industrielle Wertschöpfung für Wohlstand, Beschäftigung und gesellschaftliche Stabilität ist. Die Industrie ist nicht nur ein Sektor unter vielen, sie ist Rückgrat und Multiplikator. Wenn deutsche Standorte im globalen Wettbewerb zurückfallen, trifft das nicht nur einzelne Unternehmen, sondern das gesamte wirtschaftliche Ökosystem. Die gute Nachricht: Unsere Unternehmen sind besser als ihr Ruf – und oft weiter als die politische Debatte. Viele Mitgliedsunternehmen investieren, passen Geschäftsmodelle an, erschließen neue Märkte und übernehmen Verantwortung über Generationen hinweg. Die jüngsten Konjunkturdaten und Stimmungsbilder zeigen vorsichtigen Optimismus. Doch Optimismus allein trägt nicht. Er braucht verlässliche Rahmenbedingungen.
Was jetzt fehlt, ist eine mutige, marktwirtschaftliche Reformagenda. Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, wettbewerbsfähige Energiepreise, Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur. Ein Staat, der ermöglicht statt verwaltet, der priorisiert statt verteilt. Fortschritt entsteht nicht durch Verbote, sondern durch Wettbewerbsfähigkeit.
„Deutschland kann mehr“ ist deshalb kein Appell zum Durchhalten, sondern eine Einladung zum Gestalten. An Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Wenn wir Verantwortung wieder stärker dort verorten, wo Wertschöpfung entsteht, und wenn wir Leistung, Unternehmertum und Innovation wieder mehr zutrauen, dann ist der industrielle Aufbruch möglich. Unsere Unternehmen sind bereit. Jetzt muss auch das System bereit sein.
Ihre
Hanna Böhme