wvib-Umfrage: Knapp 90 Prozent der wvib-Mitglieder sehen Mercosur als Wachstumschance
13.01.2026
Freiburg, 15. Januar 2026: Die Industrie im Südwesten steht klar hinter dem Mercosur-Abkommen. Fast 90 Prozent sehen im Abkommen eine Wachstumschance für den industriellen Mittelstand in Baden-Württemberg.
Für viele Unternehmen noch begrenzte direkte Wirkung
Für 14 Prozent der Unternehmen ist das Mercosur-Abkommen schon heute von hoher Relevanz für das eigene Geschäft. 51 Prozent stufen die Bedeutung bislang als mittel ein, 30 Prozent als eher gering. Nur fünf Prozent sehen keinerlei Relevanz für ihr Unternehmen.
Abkommen steht kurz vor der Unterzeichnung
Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay steht das Freihandelsabkommen kurz vor dem Abschluss. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will das Abkommen am Samstag in Asunción (Paraguay) unterzeichnen, nachdem unter den EU-Mitgliedsstaaten eine ausreichende Mehrheit zustande kam. Die Zustimmung im Europäischen Parlament gilt je-doch weiterhin als offen.
Trotz Übergangsfristen erwarten viele Unternehmen schnelle Effekte
Mit der Ratifizierung des Abkommens würden zahlreiche Zölle nicht sofort entfallen. Beim Import von Maschinen aus der EU würden die Abgaben beispielsweise schrittweise über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren abgebaut. Dennoch rechnen viele Unternehmen mit einer vergleichsweise schnellen Wirkung: 44 Prozent erwarten inner-halb der nächsten zwei Jahre positive Effekte, weitere 44 Prozent innerhalb von drei bis fünf Jahren. Sechs Prozent gehen davon aus, dass sich positive Effekte erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen werden.
wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme kommentiert das Ergebnis der Umfrage und die anstehende Unterzeichnung des Abkommens in Paraguay: „Das Abkommen mit den Mercosur-Staaten ist unsere Chance für ein offenes und wettbewerbsfähiges Europa. Dieser Handelsdeal ist die angemessene Antwort auf Abschottung, Protektionismus und Isolationismus. Unsere Unternehmen brauchen offene Märkte und verlässliche Handelsregeln aktuell mehr denn je. Gerade wenn andere Länder die Zugbrücke hochziehen, müssen wir uns für den freien Handel stark machen. Weniger Zölle stärken den Export und senken Kosten – das kommt Unternehmen und Verbrauchern gleichermaßen zugute. Wer das Abkommen nun noch zu Fall bringen möchte, überlässt Staaten das Feld, die deutlich geringere Ansprüche an Standards haben und sicher nicht so viele Fragen stellen.“
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